Wellness im Biohotel Retter, Ölverkostung bei Fandler & Schnaps bei Familie Buchegger: 10 Top-Erlebnisse am Pöllauberg für deinen nächsten Ausflug. (Werbung)
Kirchenglocken. Der Duft von warmem Brot. Ein leises Zischen, wenn irgendwo im Tal gerade ein Schnaps gebrannt wird. Ich stehe auf der Terrasse des Biohotel Retter, der Nebel hängt noch in den Streuobstwiesen, und irgendwo läutet die erste Glocke. Genau so beginnt für mich der Besuch in der Oststeiermark. Langsam, mit allen Sinnen, genussvoll.
Wenn du überlegst, dem Pöllauberg und seinem Tal ein paar Tage zu schenken, nehme ich dich mit auf die zehn Erlebnisse, die für mich diesen Landstrich ausmachen. Von Wellness über Einmachtöpfe und hochwertige Öle bis zum Schnapsglas – vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei.
Inhalt
Das Wichtigste zuerst
Pöllauberg in Kürze
Ein sanfter Hügel über dem Naturpark Pöllauer Tal, bekannt für Streuobst, Bio-Landwirtschaft und eine Wallfahrtskirche mit Fernblick.
- 📍 Anfahrt: Von Graz rund 45 Minuten mit dem Auto, von Wien etwa 2 Stunden über die Autobahn Richtung Hartberg/Pöllau
- 🕐 Beste Zeit: Frühling bis Herbst, zur Kirschblüte im April und zur Obsternte im September/Oktober besonders stimmungsvoll
- 🐾 Mit Hund/Familie: Gut geeignet, viele Wege sind flach bis leicht hügelig, in Gasthäusern und beim Biohotel meist Hunde willkommen
- 💶 Kosten: Sehr unterschiedlich – vom kostenlosen Kirchenbesuch bis zum mehrtägigen Wellnessaufenthalt

1. Wellness im Biohotel Retter
Die Beine sind schwer vom Wandern, die Nase noch voll vom Duft der Wiesen und dann gleitest du ins warme Wasser des Naturbadeteichs und spürst, wie die Schultern langsam sinken und dich der Frosch zwischen den Seerosen anschaut.
Das Biohotel Retter liegt mitten in den Streuobstwiesen des Pöllauberges und setzt konsequent auf Bio-Qualität – vom Frühstücksei bis zum Massageöl. Die Saunalandschaft mit Blick ins Grüne, der beheizte Naturteich und die Ruheräume mit knarrendem Holzboden machen genau das, was ein guter Wellnesstag soll: dich einfach nichts mehr tun lassen. Hier habe ich besonders am Abend die ruhige Stimmung im Wellnessbereich genossen.
2. Einmachen wie früher: Kurs im Biogut Retter
Im Biogut Retter, dem landwirtschaftlichen Herzstück hinter dem Hotel, kannst du selbst Hand anlegen und lernen, wie aus Obst vom eigenen Hof Marmelade, Chutney oder Sirup wird. Ich habe genau einen Kurs besucht und in meinem Artikel „Richtig einkochen“ alles zusammengefasst, was ich dabei über Gläser, Gelierpunkt und Haltbarkeit gelernt habe, falls du dich vorab schon einlesen magst.
3. Presskuchenmehl und warmes Brot: Backkurs im Biogut Retter
Beim Brotbackkurs im Biogut Retter arbeitest du mit Mehl, das direkt aus der Region stammt – auch mit dem sogenannten Presskuchenmehl, einem Nebenprodukt der Ölpressung, das sonst kaum jemand kennt. Ich habe die Hintergründe dazu und ein paar Rezepte in meinem Beitrag „Presskuchen, Mehl, Backen“ gesammelt.

4. Ölverkostung und Kochkurs in der Ölmühle Fandler
Ein Löffelchen voll Glück. In diesem Falle Öl. Haselnuss. Kürbis. Chia. Bei Fandler kannst du nicht nur verkosten, sondern in einem Kochkurs auch direkt lernen, wie die kaltgepressten Öle in der Küche zur Geltung kommen. Meinen ausführlichen Besuchsbericht mit allen Eindrücken aus der Mühle findest du in „Kaltgepresste Öle der Ölmühle Fandler – mein Besuch in Pöllau“.

5. Besuch bei Familie Buchegger: Streuobst und Schnaps
Ein altes Presshaus, Balken für Balken abgebaut und am Pöllauberg wieder originalgetreu aufgestellt. Genau dort hat mich Claudia Buchegger empfangen und mir erzählt, wie aus einem Hof, der einst nur die schlechtesten Bäume und ein paar magere Ochsen besaß, über Generationen ein Betrieb mit rund 40 verschiedenen Bränden und Likören wurde.

Was mich besonders beeindruckt hat: Die Familie erntet ausschließlich Obst vom eigenen Hof, verarbeitet es noch am selben Tag und setzt gezielt auf seltene, fast vergessene Streuobstsorten wie die Kornelkirsche, die hier auch „Dirndl“ genannt wird. Auch bei den Hirschbirnen gehen sie eigene Wege – statt auf traditionellen Hochstämmen, bei denen man bis zu 30 Jahre auf den ersten Ertrag warten muss, wachsen sie hier auf Spindeln, was schon nach wenigen Jahren erste Früchte bringt.

Der Hofladen selbst hat übrigens keine fixen Öffnungszeiten. Stattdessen läutest du einfach an der Glocke. Claudia ist meistens ohnehin daheim, weil der Hof gleichzeitig ihr Arbeitsplatz ist. Wenn du eine kleine Gruppe bist, lohnt sich vorheriges Nachfragen für eine Verkostung der Schnäpse, bei denen du schnell merkst: Hier wird nicht auf Menge, sondern auf Reife und Qualität gesetzt.

6. Die Wallfahrtskirche Pöllauberg
Der Blick geht über das ganze Pöllauer Tal, während die schweren Türen der Wallfahrtskirche hinter dir langsam ins Schloss fallen. Die Barockkirche thront am höchsten Punkt des Ortes und ist seit Jahrhunderten Ziel von Pilgerinnen und Pilgern aus der ganzen Region. Du musst kein gläubiger Mensch sein, um hier für ein paar Minuten innezuhalten. Allein die Stille und der Weitblick über die sanften Hügel der Oststeiermark reichen oft schon aus.

7. Die Themengärten am Pöllauberg
Kräuterbeete, die im Wind duften. Ein Naschgarten, in dem du dir ungeniert eine reife Beere direkt vom Strauch pflücken darfst. Rund um die Kirche (am leichtesten von der Volksschule aus zu finden) erstrecken sich mehrere kleine Themengärten, die unterschiedliche Facetten der Region zeigen, von alten Kräutern über Rosen bis zu regionalen Obstsorten. Ich bin dort besonders gern langsam unterwegs, ohne festen Plan, einfach um zu schauen, was gerade blüht oder reift.

8. Einkehren beim Almerwirt Pöllauberg
Ein Steirisches Wurzelfleisch, dampfend serviert, dazu ein Glas steirischer Wein und der Blick von der Terrasse hinunter ins Tal. Der Almerwirt liegt direkt am Pöllauberg und ist genau die Art von Gasthaus, in dem du nach einem Vormittag voller Kirche, Gärten und Aussicht einfach sitzen bleiben magst. Regionale Küche, deftig und ehrlich, kein Schnickschnack, dafür Teller, die satt und zufrieden machen.

9. Die Selbstbedienungshütte von Wolfgang Zemanek
In Pöllau betreibt Wolfgang Zemanek eine Selbstbedienungshütte, in der du dir nicht nur Kräuter, sondern auch andere Lebensmittel aus der Region mitnehmen kannst. Alternativ: im Bio-Laden beim Retter vorbei schauen.

10. Yoga mit Blick aufs Wasser
Auch das gehört für mich zum Pöllauberg: eine Yogastunde im Biohotel Retter, oft draußen auf der Wiese, mit Blick über die Streuobstwiesen. Falls du morgens lieber ruhig startest, statt gleich loszuwandern, ist das genau der richtige Auftakt für den Tag.

Bonustipp für Gourmets: Der Thaller in Anger
Nicht direkt am Pöllauberg, aber in der Nähe, ist das Gasthaus Der Thaller in Anger. Ein absoluter Tipp für alle, die gerne gut essen. Die Kreationen sind ein Hit und auch Fandler Öle kommen zum Einsatz.

Häufige Fragen: Pöllauberg
Wie komme ich am besten zum Pöllauberg?
Mit dem Auto bist du von Graz in rund 45 Minuten da, von Wien dauert es etwa zwei Stunden. Öffentlich erreichst du Pöllau mit dem Zug bis Hartberg und von dort per Bus oder Taxi weiter.
Braucht man für die Kurse im Biogut Retter eine Anmeldung?
Ja, sowohl für den Einmach- als auch für den Brotbackkurs lohnt sich eine Anmeldung im Voraus, da die Gruppen bewusst klein gehalten werden.
Ist der Hofladen der Familie Buchegger frei zugänglich?
Fixe Öffnungszeiten gibt es keine, dafür eine Glocke am Hof. Bei größeren Gruppen oder einer Verkostung ist eine vorherige Anfrage empfehlenswert.
Reicht ein Tagesausflug für den Pöllauberg?
Für Kirche, Themengärten und einen Einkehrschwung beim Almerwirt schon – für Kurse, Verkostungen und Wellness lohnt sich aber mindestens eine Übernachtung. Ich war zwei Nächte vor Ort und hatte zwischen den Programmpunkten auch ein wenig Zeit zum Entspannen.
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Über mich
Ich bin Anita. Seit 2007 bin ich als freie Reisejournalistin und Buchautorin (über 30 veröffentlichte Bücher, u. a. für Lonely Planet, National Geographic und MERIAN) im Alpen-Adria-Raum unterwegs – und schreibe hier auf Anita auf Reisen über meine Entdeckungen.
Wenn ich nicht gerade auf Reisen bin, findest du mich meist in meiner Kräuterlei am Wörthersee in Schiefling: meinem 150 Jahre alten Familienhof, wo ich als Kräuterpädagogin Workshops gebe, Kräuter verarbeite und mit kreativem Schreiben Menschen näher zur Natur bringe.
👉 Mehr über die Kräuterlei erfahren: https://kraeuterlei.at/
Entgeltliche Kooperation anlässlich 100 Jahre Ölmühle Fandler. Fotos: Anita Arneitz
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