Moore am Wörthersee: Meine Reise vor die Haustür

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Ich reise viel. Mein spannendstes Ziel 2026 lag vor der Haustür: unser Moor in Schiefling am Wörthersee. Komm mit auf Entdeckung.

Moor statt Meer: Meine weiteste Reise führte vor die Haustür

Abflughallen. Nachtzüge. Marktstände, die nach fremden Gewürzen duften. Und dann, mitten im Herbst 2026: ein nasser Fleck Erde in Schiefling am Wörthersee, ein paar Kilometer von meinem Kräuterhof entfernt.

Ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet dieser Ort meine aufregendste Reise des Jahres wird. Er hat mich auf eine Bühne gebracht, vor eine Filmkamera und ziemlich oft knietief in den Schlamm.

Ein Reiseziel, das in keinem Reiseführer steht

Als Journalistin bin ich es gewohnt, Orte zu entdecken, die andere übersehen. Ich suche die Seitengasse statt des Hauptplatzes, den kleinen Hof statt des großen Hotels. Umso mehr hat es mich überrascht, dass ich ein solches Juwel jahrelang selbst übersehen habe. Unser familieneigenes Niedermoor liegt im RAMSAR-Schutzgebiet, also in einem international geschützten Feuchtgebiet. Früher wurde es als Streuwiese genutzt. Seit das aufgehört hat, wachsen dort Büsche und Bäume, und viele Tiere, die offene Flächen brauchen, sind leise verschwunden.

Gemeinsam mit meiner Familie und vielen fleißigen Händen haben wir 2026 beschlossen, dem Moor wieder Licht zu schenken. Und dank Blühendes Österreich und dem Forest Therapy Trail können wir das auch verwirklichen.

Anita Arneitz im Bühnengespräch bei der Goldenen APIS 2026, Biodiversitätspreis in Kärnten
Bühnengespräch bei der Goldenen APIS 2026 Biodiversitätspreis in Kärnten

Mit Reporterinnenblick durchs eigene Projekt

Normalerweise stelle ich die Fragen. Diesmal war alles anders. Ende August rückten wir mit Traktor, Seilwinde und Motorsäge an, und ein Filmteam begleitete uns. Plötzlich stand ich auf der anderen Seite der Kamera, mit Ästen im Arm und Matsch an den Hosenbeinen.

Und dann war da diese Neugier, die mich auf jeder Reise antreibt. Wer lebt hier eigentlich? Zum ersten Mal wird das in unserem Moor systematisch erhoben: Pflanzen, Vögel, Amphibien, Libellen und Bestäuber. Für mich fühlt sich das an wie das Aufschlagen eines Reiseführers, den noch niemand geschrieben hat.

Anita Arneitz im Bühnengespräch bei der Goldenen APIS 2026, Biodiversitätspreis in Kärnten
Die Kräuterlei am Wörthersee mit Anita Arneitz bei der Goldenen APIS 2026, Biodiversitätspreis in Kärnten

Gold für Schiefling

Am 22. Oktober 2026 kam die nächste Rollenumkehr. Unser Projekt „Moor-Mosaik-Landschaften in Schiefling am Wörthersee“ gewann die Goldene APIS, den Kärntner Biodiversitätspreis der Privatstiftung Kärntner Sparkasse, in der Kategorie Landwirtschaftliche Betriebe.

Auf der Bühne beantwortete ich die Fragen von Moderator Marco Ventre. Ich, die sonst mit Notizblock in der ersten Reihe sitzt. Meine Hände haben ein gezittert, das gebe ich gern zu. Denn gerechnet haben wir nicht damit. Weder mit einer Auszeichnung noch mit dem ersten Platz. Auch nicht mein Papa, der mit dabei war.

Die ganze Geschichte des Projekts, mit allen Maßnahmen und den Tieren, die wieder einziehen sollen, erzähle ich ausführlich auf meinem Kräuterblog: Gold für unser Moor: Die Kräuterlei gewinnt die Goldene APIS 2026.

Anita Arneitz im Bühnengespräch bei der Goldenen APIS 2026, Biodiversitätspreis in Kärnten
Anita Arneitz im Bühnengespräch bei der Goldenen APIS 2026, Biodiversitätspreis in Kärnten

Moore am Wörthersee: Tipps für deinen Ausflug

Vielleicht hast du jetzt selbst Lust bekommen, die Moore am Wörthersee zu entdecken. Hier ein paar Ideen aus meinem Notizbuch:

• Keutschacher Moor: Südlich vom Wörthersee führt ein Moorlehrpfad durch die Landschaft des Keutschacher Seentals. Der Rundweg startet beim Gemeindeamt Keutschach und erzählt viel über die Entstehung des Moores und den Naturschutz vor Ort.

• Mit den Jahreszeiten reisen: Im Frühling wandern Kröten und Frösche zu ihren Laichplätzen. An warmen Sommertagen tanzen Libellen über dem Wasser. Und im Herbst leuchten die Riedgräser goldbraun im tiefen Licht.

• Langsam gehen: Ein Moor erschließt sich selten im Vorbeigehen. Ich bleibe gern auf den Wegen, setze mich hin und warte. Meist zeigt sich dann mehr, als ich erwartet hätte.

• Passende Schuhe: Feste, wasserdichte Schuhe machen den Ausflug entspannter. Gummistiefel sind im Moor die heimlichen Stars.

Und unser eigenes Moor? Bis 2028 entstehen dort ein öffentlicher Sitzplatz mit digitalem Info-Point, Exkursionen, Kreativ-Workshops und ein Biodiversitäts-Workbook mit Audioguide. Ich freue mich schon darauf, dich dort einmal zu begrüßen. Wenn du mehr darüber erfahren willst, auf meinem Kräuter-Blog erzähle ich noch mehr darüber.

Anita Arneitz im Bühnengespräch bei der Goldenen APIS 2026, Biodiversitätspreis in Kärnten
Anita Arneitz im Bühnengespräch bei der Goldenen APIS 2026, Biodiversitätspreis in Kärnten

Slow Travel beginnt mit einem Schritt

Dieses Jahr hat mich etwas gelehrt, das ich als Reisende gern früher verstanden hätte: Das Fremde wartet manchmal direkt hinter dem Gartenzaun. Es braucht nur einen langsamen Blick.

Wenn du diese Art des Reisens ausprobieren magst, findest du am Wörthersee wunderbare Möglichkeiten. Eine davon ist der Forest Therapy Trail, auf dem ich Menschen beim achtsamen Unterwegssein im Wald begleite.

Und falls du einfach nur neugierig bist, wie es mit unserem Moor weitergeht: Im Kräuterlei-Newsletter erzähle ich davon. Falls nicht, nimm dir vielleicht beim nächsten Ausflug fünf Minuten an einem Wasser, das du sonst übersehen hättest. In Kärnten findest du noch mehr spannende Moore am Wörthersee.

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